Sonderformen der Unfallversicherung
Wie in vielen Versicherungsbereichen, so deckt die gesetzliche Versicherung im Rahmen des Sozialversicherungssystems nur bestimmte Schäden ab und übernimmt die so genannte Basisversorgung des Bürgers bei einem Schadensfall. Dieses ist auch im Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung der Fall. Daher hat der Versicherte die Möglichkeit, hier eine private Unfallversicherung abzuschließen, die weitaus mehr Leistungen anbietet und einen umfangreicheren Schutz zudem, da sie weltweit und 24 Stunden am Tag gilt. Die "normale" Form der privaten Unfallversicherung ist die Einzelunfallversicherung. Hier wird ein bestimmte Versicherter im Vertrag genannt, bei dessen Unfallschaden die Unfallversicherung festgelegte Leistungen zu erbringen hat. Diese Versicherung ist dann auch nur für die genannte Person alleine gültig, eine Mitversicherung des Ehepartners oder der Kinder besteht nicht. Zudem gibt es allerdings noch weitere Formen der privaten Unfallversicherung, welche häufig auch als Sonderformen bezeichnet werden und die in der Regel nicht immer greifen, denn eine Unfall Versicherung hilft nicht bei Ehec oder anderen, ähnlichen Erkrankungen.
Die Familienunfallversicherung
Eine Erweiterung der Einzelunfallversicherung stellt die Familienunfallversicherung dar. Diese ist sicherlich für einen großen Kundenkreis sehr sinnvoll, da sie nicht nur eine einzelne Person, zumeist den Hauptverdiener, bei Unfallschäden absichert, sondern sich im Leistungsumfang auch auf den Ehepartner und die Kinder erstreckt. Sicherlich könnte man zunächst denken, falls der Mann arbeitet und die Frau sich Zuhause um Kinder und Haushalt kümmert, dass durch einen Unfall kein finanzieller Schaden entsteht, da kein Gehalt verloren gehen kann. Tatsache ist jedoch, dass die Hausarbeit natürlich auch finanziell angerechnet werden muss, denn wenn die Frau diese aus den Folgen des Unfalls heraus nicht mehr verrichten könnte, müsste eine Haushaltshilfe eingestellt werden, die natürlich Geld kostet. Ferner kann es auch möglich sein, wenn die Verletzungen schwererer Natur sind und Dauerschäden bleiben, dass die Wohnung und das Auto behindertengerecht umgerüstet und umgestaltet werden müssen. Diese "Umbauten" können zum Teil sehr teuer sein, und ohne Schutz durch die Familienunfallversicherung müsste der Versicherte auch diese Kosten alleine tragen. Ähnlich sieht es natürlich bei der Mitversicherung der Kinder aus. Auch diese haben kein eigenes Einkommen, aber auch hier können bei der späteren Versorgung erhebliche Kosten auftreten.
Die Kinderunfallversicherung
Eine weitere spezielle Form der Unfallversicherung ist die Kinderunfallversicherung. Hier wird nicht wie im oben beschriebenen Fall die gesamte Familie versichert, sondern wirklich nur das betreffende einzelne Kind. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht zu erkennen ist, ist diese Unfallversicherung für Kinder besonders wichtig. Zum einen sind Kinder schon alleine durch ihre Aktivitäten in viel größerem Maße unfallgefährdet, als es bei Erwachsenen der Fall ist. Zum anderen muss bei schweren Unfallfolgen evtl. das ganze restliche Leben eine Versorgungsbetrag zur Verfügung stehen, wenn aufgrund des Unfalls kein Beruf mehr ausgeübt werden kann. Aber auch wenn die Gesundheitsschäden nicht ganz so dramatisch sind, können zusätzliche Kosten zum Beispiel in der Form entstehen, dass besondere Ausbildungsmaßnahmen notwendig sind, damit das Kind aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung später im Beruf keinerlei Nachteile hat. Zudem kann natürlich auch in solch einem Fall eine behindertengerechte Einrichtungen notwendig werden.
Die Gruppenunfallversicherung
Neben den beiden genannten Formen der Unfallversicherung, die jeweils für einzelne Personen bzw. für Familien abgeschlossen werden, gibt es auch noch die so genannte Gruppenunfallversicherung. Diese wird in den meisten Fällen vom Arbeitgeber für die Arbeitnehmer abgeschlossen. Oftmals wird die Gruppenunfallversicherung in besonders gefährlichen Berufen genutzt, um die Mitarbeiter zusätzlich zur gesetzlichen Unfallversicherung bei Schäden aufgrund eines Unfalls abzusichern. Die Gruppenunfallversicherung kann man drei zu versichernden Personen abgeschlossen werden und diese müssen jeweils namentlich im Vertrag erwähnt sein. Eine weitere Form der Unfallversicherung ist die Insassenunfallversicherung. Diese bezieht sich auf einen bestimmten Lebensbereich, nämlich den der Teilnahme am Straßenverkehr. Da diese zu den häufigsten Unfallursachen zählt, macht es sicherlich auch hier Sinn, einmal über den Abschluss einer Insassenunfallversicherung nachzudenken, auch wenn diese oftmals umstritten ist. Die Insassenunfallversicherung erbringt die vereinbarten Leistungen dann, wenn die Mitfahrer in einem Fahrzeug durch einen Unfall gesundheitliche Schäden erleiden. Sie kann im Rahmen des Platzsystems oder des Pauschalsystems abgeschlossen werden.
